VSH-Scha­den­fall: Unter­las­se­ne Wert­an­pas­sung in der Wohngebäudeversicherung

Die Gebäu­de­ver­si­che­rung zählt zu den Ver­si­che­rungs­spar­ten, in denen es erfah­rungs­ge­mäß über­durch­schnitt­lich oft zu Scha­den­er­satz­an­sprü­chen gegen­über dem Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler kommt. Zumeist ist der Grund eine Unter­ver­si­che­rung, die bekannt­lich einen oft hohen Eigen­an­teil des Ver­si­che­rungs­neh­mers zur Fol­ge hat. Die Ursa­chen für eine Unter­ver­si­che­rung kön­nen dabei unter­schied­li­cher Natur sein und lie­gen häu­fig in einer feh­ler­haf­ten oder ver­al­te­ten Wert­ermitt­lung. Dem unlängst regu­lier­ten Scha­den­fall ging jedoch fol­gen­der Sach­ver­halt voraus:

Der Kun­de K hat­te ein Ein­fa­mi­li­en­haus mit einer Ver­si­che­rungs­sum­me von 30.000 Mark Wert 1914 und infor­miert den Ver­si­che­rungs­mak­ler V, dass er das Haus zu einem Zwei­fa­mi­li­en­haus umbau­en wer­de. Für die Zeit des Umbaus wur­den zunächst die übli­chen Bau­we­sen­ver­si­che­run­gen abgeschlossen.

Auf­grund eines Nach­bar­schafts­streits von K und einem Nach­barn, der ihm stets „behörd­li­che Stei­ne“ in den Weg warf, ver­zö­ger­te sich der Umbau und dau­er­te letzt­end­lich vier (!) Jah­re. In die­ser Zeit wur­den die abge­schlos­se­nen Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge stets von V verlängert.

Ende 2023 war der Umbau schließ­lich abge­schlos­sen. Nach der Abnah­me durch den Archi­tek­ten infor­mier­te die­ser V dar­über, dass der neue Wert 1914 nun­mehr mit 51.000 Mark ermit­telt wur­de. Zu die­sem Zeit­punkt war V der­ar­tig mit sei­nen KfZ-Ver­si­che­rungs­kun­den beschäf­tigt, dass die­se Infor­ma­ti­on unter­ging und er in Fol­ge des­sen ver­gaß, den Ver­si­che­rer um eine Anpas­sung des Ver­si­che­rungs­werts zu bitten.

Kurz dar­auf wur­de die Lie­gen­schaft durch einen Tor­na­do beschä­digt. Dadurch hat­te sich die solar­ther­mi­sche Anla­ge vom Dach gelöst und ist mit­samt der Unter­kon­struk­ti­on zu Boden gestürzt. Die umher­flie­gen­den Tei­le haben die wär­me­ge­dämm­te Fas­sa­de, Fens­ter­schei­ben sowie die im Unter­ge­schoß zur Vor­be­rei­tung einer Ter­ras­se gegos­se­ne Beton­plat­te beschä­digt. Regen­rin­nen und Tei­le des Dach­rands wur­den defor­miert und sogar das Gara­gen­tor wur­de aus der Ver­an­ke­rung gedrückt.

Der Gesamt­scha­den betrug rund 63.000 EUR. Auf­grund der Unter­ver­si­che­rung erfolg­te eine Ent­schä­di­gung durch den Gebäu­de­ver­si­che­rer in Höhe von nur 37.500 EUR. Der Rest­be­trag wur­de sei­tens K von sei­nem Ver­si­che­rungs­mak­ler ein­ge­for­dert. Sowohl die Haf­tung als auch die Deckung waren in die­sem Ver­si­che­rungs­fall unstrit­tig, so dass CGPA Euro­pe den Scha­den unbü­ro­kra­tisch und zeit­nah zur Zufrie­den­heit aller Betei­lig­ten regu­lie­ren und schlie­ßen konnte.

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