Beiträge

Auf die BBR kommt es an!

Auch in der VSH für Ver­si­che­rungs­mak­ler gilt das, was geschrie­ben steht. Ver­si­che­rungs­mak­ler soll­ten daher einen Blick in die BBR (Beson­de­re Bedin­gun­gen und Risi­ko­be­schrei­bung) wer­fen. Und: Vor allem ein­mal ver­glei­chen, was moder­ne VSH-Kon­zep­te bie­ten! Lesen Sie dazu den Pres­se­ar­ti­kel unse­res Geschäfts­füh­rers Chris­ti­an Henseler.

Die Nach­haf­tung in der VSH für Versicherungsmakler

Wie lan­ge haf­tet der Ver­si­che­rer für Schä­den, die der Ver­si­che­rungs­mak­ler began­gen hat?

Vie­les ist mitt­ler­wei­le gesetz­lich gere­gelt, eini­ges noch nicht. Lesen Sie, ab wann bei bestimm­ten erlaub­nis­pflich­ti­gen Tätig­kei­ten die unbe­grenz­te Nach­haf­tung gilt und wor­auf zu ach­ten ist.

Kün­di­gung des Ver­si­che­rers nach einem Scha­den­fall in der VSH

Ver­zicht auf das Son­der­kün­di­gungs­recht des Ver­si­che­rers: Kos­me­ti­sches Bei­werk oder wah­rer Mehrwert?

War­um dies aus unse­rer Sicht so wich­tig ist für Ver­si­che­rungs­mak­ler, lesen Sie in dem nach­ste­hen­den Link:

Mys­te­ry Shop­ping bei Ver­si­che­rungs­mak­lern — Nach Eng­land und Bel­gi­en star­tet nun auch die ita­lie­ni­sche Aufsichtsbehörde

IN ITALIEN BEGINNT DIE AUFSICHTSBEHÖRDE MIT MYSTERY SHOPPING

Am 19. März 2021 ver­öf­fent­lich­te die IVASS (die ita­lie­ni­sche Auf­sichts­be­hör­de für Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler) eine Pres­se­mit­tei­lung, in der sie mit­teil­te, dass die ers­ten Besu­che von Mys­te­ry Shop­pern bereits Anfang des Monats begon­nen haben. In der Tat hat die IVASS im Jahr 2020 im Zusam­men­hang mit ihrer Auf­ga­be des Ver­brau­cher­schut­zes das “Mys­te­ry Shop­ping” ein­ge­führt und zwei Pilot­pro­jek­te gestar­tet, um direkt zu über­prü­fen, ob die Geschäfts­prak­ti­ken von Agen­ten, Ban­ken und Mak­lern sowie im Inter­net kor­rekt sind. In Ita­li­en nimmt der Ver­kauf von Ver­si­che­rungs­pro­duk­ten über das Inter­net zu, und IVASS möch­te sei­ne Auf­ga­ben erfül­len und sich gleich­zei­tig an die Ver­än­de­run­gen beim Kauf von Ver­si­che­run­gen durch die Ita­lie­ner anpassen.

Was ist Mys­te­ry Shopping?

Mys­te­ry Shop­ping — so erklärt das Insti­tut in einem Memo­ran­dum — ist eine Veri­fi­zie­rungs­tech­nik, die kom­mer­zi­el­le Unter­neh­men seit Jah­ren nut­zen, um die Qua­li­tät ihrer Waren und Dienst­leis­tun­gen zu über­prü­fen, und bei der Per­so­nen ein­ge­setzt wer­den, die vor­ge­ben, Kun­den zu sein.

Die­ses Instru­ment ist in ver­schie­de­nen kom­mer­zi­el­len Akti­vi­tä­ten weit ver­brei­tet und wird als Mit­tel der “Prä­ven­ti­on” und nicht nur als Kon­troll­me­tho­de ange­se­hen. Es kann auch beim Online-Shop­ping ein­ge­setzt wer­den, in die­sem Fall wird es “Mys­te­ry Sur­fing” genannt. Das Mys­te­ry Shop­ping, das mit Unter­stüt­zung der EIOPA (Euro­päi­sche Ver­si­che­rungs­auf­sichts­be­hör­de) ent­wi­ckelt und durch das Pro­gramm zur Unter­stüt­zung von Struk­tur­re­for­men der Euro­päi­schen Uni­on finan­ziert wird, zielt dar­auf ab, der ita­lie­ni­schen Ver­si­che­rungs­auf­sichts­be­hör­de neue Werk­zeu­ge und Metho­den für die Aus­übung ihrer Tätig­keit zur Über­wa­chung der Tätig­keit von Ver­si­che­rungs­ver­mitt­lern zur Ver­fü­gung zu stellen.

Wie funk­tio­niert es?

Der Mys­te­ry Shop­per ist ein geschul­ter Fach­mann, der anonym als poten­zi­el­ler Käu­fer auf­tritt: In der Pra­xis geht er oder sie zur Ver­si­che­rungs­agen­tur, zum Mak­ler, zur Bank oder zur Post und fragt nach allen Infor­ma­tio­nen, die für den Abschluss eines Ver­si­che­rungs­pro­dukts erfor­der­lich sind. Die­se Vor­ge­hens­wei­se gilt auch online: Der Mys­te­ry Shop­per surft anonym auf der Web­site des Ver­mitt­lers und ver­sucht, alle Infor­ma­tio­nen zu sam­meln, die er für eine fun­dier­te Ent­schei­dung benö­tigt. Die Mys­te­ry Shop­per stel­len also fest, wie Ver­si­che­rungs­pro­duk­te ange­bo­ten wer­den und rei­chen dann einen Bericht bei IVASS ein.

Im Gegen­satz zu tra­di­tio­nel­len Über­wa­chungs­in­stru­men­ten, wie z. B. Inspek­tio­nen, die Ereig­nis­se und Prak­ti­ken auf­de­cken kön­nen, die bereits statt­ge­fun­den haben, ist der Mys­te­ry Shop­ping-Mecha­nis­mus eine Kon­trol­le vor dem Ereig­nis und ist beson­ders nütz­lich, um Ver­hal­tens­wei­sen zu stop­pen, die nicht mit den Ver­pflich­tun­gen eines Ver­mitt­lers über­ein­stim­men, wie z. B. die Anfor­de­rung, dass ein Pro­dukt den Anfor­de­run­gen und Bedürf­nis­sen eines Kun­den entspricht.

Die­ser Mecha­nis­mus muss mit allen ande­ren bereits exis­tie­ren­den Kon­troll­in­stru­men­ten kom­pa­ti­bel sein. Dazu hat sich IVASS von einer Stu­die ande­rer euro­päi­scher Län­der inspi­rie­ren las­sen, die die­se Pra­xis im Ver­si­che­rungs­sek­tor bereits anwen­den, wie z. B. Groß­bri­tan­ni­en und Bel­gi­en, und ent­wi­ckelt einen ent­spre­chen­den Rechtsrahmen.

Was über­prü­fen Mys­te­ry Shopper?

Der Mys­te­ry Shop­per soll über­prü­fen, ob Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler ihren Ver­pflich­tun­gen nach­kom­men, wie z. B.:

- Voll­stän­di­ge Infor­ma­ti­on des Kun­den vor und wäh­rend des Ver­kaufs eines Ver­si­che­rungs­pro­dukts und Aus­hän­di­gung spe­zi­fi­scher Infor­ma­ti­ons­un­ter­la­gen an den Kunden;

- Ein­hal­tung der Anfor­de­rung, dass ein Pro­dukt den Anfor­de­run­gen und Bedürf­nis­sen des Kun­den ent­spricht (der Mys­te­ry Shop­per soll über­prü­fen, ob die Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler den Kun­den nach den not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen fragen).

Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler hal­ten sich oft nicht an die­se regu­la­to­ri­schen Anfor­de­run­gen. Ange­sichts die­ser neu­en Kon­troll­maß­nah­men und eines zuneh­mend digi­ta­len und regu­lier­ten Ver­si­che­rungs­mark­tes müs­sen die Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler nun wach­sa­mer denn je sein.

Wie geht es weiter?

Wenn die­se Erfah­rung erfolg­reich ist, kann sie auf ande­re Berei­che und Sek­to­ren, die sie beauf­sich­tigt, aus­ge­wei­tet werden.

Aller­dings müs­sen noch eini­ge Fra­gen geklärt wer­den, wie z. B. das Zusam­men­spiel zwi­schen Mys­te­ry Shop­ping und ande­ren Unter­su­chungs­tech­ni­ken oder wie viel Gewicht den Schluss­fol­ge­run­gen des Mys­te­ry Shop­pers zu geben ist.

In der Tat nut­zen auch ande­re Län­der wie Bel­gi­en Mys­te­ry Shop­ping als Kon­troll­me­tho­de. Die FSMA (die bel­gi­sche Auf­sichts­be­hör­de) hat die­se Kon­troll­me­tho­de im Vor­feld seit 2013 ent­wi­ckelt. Die Schluss­fol­ge­run­gen von Mys­te­ry Shop­pern rei­chen nicht aus, um die Annah­me kon­kre­ter Maß­nah­men oder die Ver­hän­gung von Sank­tio­nen gegen Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler zu recht­fer­ti­gen. Den­noch kön­nen sie zu einer wei­te­ren Prü­fung füh­ren. Es wird daher an IVASS lie­gen, zu ent­schei­den, ob es ange­mes­sen ist, das glei­che Modell wie in Bel­gi­en zu ver­wen­den oder nicht. Es ist wich­tig, die Tat­sa­che zu beto­nen, dass Mys­te­ry Shop­ping stark kri­ti­siert wur­de, als die FSMA begann, es in Bel­gi­en ein­zu­set­zen. In der Tat wie­sen eini­ge dar­auf hin, dass es ande­re Mit­tel gibt, die genau­so effek­tiv sind wie die­se Metho­de, wie z.B. Tests, Unter­su­chun­gen, unge­deck­te Vor-Ort-Inspek­tio­nen, etc. Außer­dem kön­nen Mys­te­ry Shop­per Mit­ar­bei­ter der FSMA oder exter­ne Mit­ar­bei­ter sein, aber das Gesetz sieht kei­ne beson­de­re beruf­li­che oder ethi­sche Qua­li­fi­ka­ti­on für die­se Drit­ten vor. Schließ­lich hat Mys­te­ry Shop­ping eini­ge Beden­ken hin­sicht­lich der ein­sei­tig von den Mys­te­ry Shop­pern gezo­ge­nen Schluss­fol­ge­run­gen auf­ge­wor­fen, bzw. der Tat­sa­che, dass die­se Metho­de impli­ziert, dass die FSMA sowohl Rich­ter als auch Par­tei ist — was ihrer Mei­nung nach eine grund­le­gen­de Ver­let­zung der sub­jek­ti­ven Rech­te des Ein­zel­nen darstellt.

Die Deckungs­sum­me in der VSH für Versicherungsmakler

“Reicht denn die Stan­dard­sum­me in der VSH?” ist eine klas­si­sche Fra­ge, die uns regel­mä­ßig gestellt wird.

Unser Geschäfts­füh­rer Chris­ti­an Hen­se­ler nennt in sei­nem bei experten.de erschie­ne­nen Arti­kel Ver­si­che­rungs­sum­men, mit denen Ver­si­che­rungs­mak­ler täg­lich han­tie­ren und möch­te damit das Bewusst­sein schärfen.

VEMA und CGPA Euro­pe Under­wri­ting GmbH koope­rie­ren im Bereich der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung für VEMA-Makler

Die berufs­stän­di­sche Genos­sen­schaft VEMA bie­tet ab sofort ihren ange­schlos­se­nen Mak­ler­be­trie­ben eine neue Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung an. Gemein­sam mit der CGPA Euro­pe Under­wri­ting GmbH wur­de ein Deckungs­kon­zept ent­wi­ckelt, wel­ches hin­sicht­lich sei­ner Leis­tun­gen weit über dem am Markt übli­chen Niveau liegt, sowohl hin­sicht­lich der Deckungs­sum­men als auch der Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen. Die CGPA stellt trotz der zahl­rei­chen Leis­tungs­er­wei­te­run­gen allen VEMA-Mak­lern ihren Net­to­ta­rif zur Verfügung.

„Die VEMA genießt auf­grund der Ser­vice- und Pro­dukt­qua­li­tät eine außer­or­dent­li­che Repu­ta­ti­on am Markt. Die hohe Qua­li­tät der VEMA-Mak­ler ermög­lich uns, den rund 3.500 ange­bun­de­nen Betrie­ben im Bereich der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung ein unver­gleich­ba­res Ange­bot machen zu kön­nen.“ sagt Chris­ti­an Hen­se­ler, Geschäfts­füh­rer der CGPA Euro­pe Under­wri­ting GmbH.

WEITERE INFORMATIONEN:

Alle Infor­ma­tio­nen zu der neu­en Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung sowie den Online-Tarif­rech­ner fin­den VEMA-Mak­ler wie gewohnt im VEMAextranet.

Chris­ti­an Hen­se­ler über die klei­nen Gefah­ren im All­tag eines Versicherungsmaklers

Als im Jahr 2007 die EU-Ver­si­che­rungs­ver­mitt­lerricht­li­nie in Deutsch­land umge­setzt wur­de, schien es fast kein ande­res Wort mehr zu geben: „Haf­tung“ war in aller Mun­de. Dabei gab es die­se natür­lich schon vor­her, nur jetzt wur­de sie schrift­lich the­ma­ti­siert. Für die Anbie­ter von Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen war dies eine Steil­vor­la­ge. Der eine oder ande­re wird sich viel­leicht noch an einen als Ske­lett ver­klei­de­ten Men­schen erin­nern, wel­cher auf der DKM her­um­lief und dabei ein Schild empor­hielt, auf wel­chem stand: Haf­tung! Auch dahin­ter stand ein Ver­si­che­rungs­mak­ler, der im Bereich VSH tätig war und so auf sich auf­merk­sam machen wollte.

Im Grun­de genom­men hat sich das bis heu­te, 13 Jah­re spä­ter, nicht geän­dert. Immer wie­der wer­den neue Pro­duk­te von Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten mit dem Ver­merk „haf­tungs­si­cher“ ange­prie­sen. Selbst Anfang des Jah­res 2020 noch nann­te ein Markt­teil­neh­mer sei­ne neue Pro­dukt­pa­let­te „Mak­ler­haf­tungs­kon­zep­te“.  Das könn­te man auch falsch ver­ste­hen und den­ken, man haf­te auto­ma­tisch, wenn man die­se Kon­zep­te vermittle.

Damit kein Miss­ver­ständ­nis auf­kommt: Natür­lich gibt es die Haf­tung eines Ver­si­che­rungs­mak­lers. Das The­ma ernährt tag­täg­lich gro­ße Anwalts­kanz­lei­en genau wie eine gro­ße Zahl an Anbie­tern von Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen. Hin und wie­der lesen wir auch in der Fach­pres­se von einem span­nen­den Ver­si­che­rungs­fall. Doch das ver­hält sich ähn­lich wie in ande­ren Ver­si­che­rungs­spar­ten: Die täg­li­chen Schä­den sind ein­fach nicht spek­ta­ku­lär genug für einen Pres­se­ar­ti­kel. Da muss es schon ein SUV sein, der in eine Men­schen­men­ge rast oder die Gas­ex­plo­si­on im Mehrfamilienhaus.

Die Haf­tung eines Ver­si­che­rungs­mak­ler ent­steht ent­we­der aus einem Bera­tungs­feh­ler oder einer Unter­las­sung. Ein Bera­tungs­feh­ler wäre bei­spiels­wei­se die Behaup­tung, der Kun­de kön­ne bei einer Basis­ren­te jeder­zeit über sein ein­ge­spar­tes Kapi­tal ver­fü­gen. Oder die Aus­sa­ge, die­se eine Vor­er­kran­kung sei nicht wich­tig und müs­se nicht ange­ge­ben wer­den. Übri­gens ein „Klas­si­ker“ in der Vermögensschaden-Haftpflicht.

Vor­sicht ist immer ange­ra­ten bei einem Wech­sel des Ver­si­che­rers. Vor allem in der Sach­ver­si­che­rung. Leis­tet der neue Ver­si­che­rer nicht im Scha­den­fall und es stellt sich her­aus, dass der Scha­den in dem bis­he­ri­gen Ver­trag ver­si­chert gewe­sen wäre, wird es unan­ge­nehm für den Ver­si­che­rungs­mak­ler. Auch dies fällt unter die Rubrik Beratungsfehler.

Eine Unter­las­sung hin­ge­gen ist in der Regel durch das Ver­ges­sen oder das Über­se­hen einer Hand­lung gekenn­zeich­net und stellt ein enor­mes Gefah­ren­po­ten­zi­al dar. Wäh­rend der Bera­tungs­feh­ler durch Kom­pe­tenz, Wei­ter­bil­dung und Spe­zia­li­sie­rung mini­ma­li­siert wird, kann kein Ver­mitt­ler behaup­ten, vor einer Unter­las­sung gefeit zu sein. Wenn Mit­ar­bei­ter im Betrieb des Ver­si­che­rungs­mak­lers vor­han­den sind, erhöht sich die­ses Risi­ko unweigerlich.

Eben­falls ein Klas­si­ker ist in die­sem Zusam­men­hang die Her­aus­ga­be einer evb. Wie wir alle wis­sen, ist dies nichts ande­res als eine vor­läu­fi­ge Deckung und beinhal­tet, sofern nichts ande­res bean­tragt wird, nur die Haft­pflicht­ver­si­che­rung in dem gesetz­lich gefor­der­ten Umfang. Wäh­rend eini­ge Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten von sich aus bereits eine Kas­ko­de­ckung inklu­die­ren, muss die­se bei ande­ren Ver­si­che­rern wie­der­um geson­dert bean­tragt wer­den. Auch die Ein­ga­be einer gewünsch­ten Kas­ko im Tarif­pro­gramm bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass die­se auch in der vor­läu­fi­gen Deckung ent­hal­ten ist. All­zu häu­fig ist dies auch ein The­ma in Mak­ler­fo­ren in sozia­len Medien.

Die größ­te Haf­tungs­ur­sa­che im Bereich der Unter­las­sung ist das Ver­ges­sen. Der Ver­mitt­ler ver­gisst zum Bei­spiel, die Fahr­rä­der in der Haus­rat­ver­si­che­rung ein­zu­schlie­ßen. Das kann eben­so der Weg­fall der Betriebs­haft­pflicht­ver­si­che­rung, in wel­cher die pri­va­te Haft­pflicht mit­ver­si­chert war, wegen Risi­ko­fort­fall sein und der Ver­mitt­ler über­sieht, den pri­va­ten Schutz in Auf­trag zu geben. Ein ande­res Bei­spiel ist das simp­le Nicht-Wei­ter­lei­ten eines Antrags bzw. eines vom Kun­den ange­nom­me­nen Angebots.

Viel­leicht wer­den Sie sich sagen, so etwas wür­de Ihnen nie pas­sie­ren. Aber die Grün­de dafür kön­nen ver­schie­de­ner Natur sein. Das kön­nen bei­spiels­wei­se tech­ni­sche Grün­de sein (die E‑Mail ist beim Ver­si­che­rer nie ange­kom­men), krank­heits­be­ding­te Ursa­chen (Sie sind eine Woche arbeits­un­fä­hig und ver­ges­sen den Antrag) oder ganz ein­fach: Der Antrag ver­hed­dert sich in einer Büro­klam­mer und wird mit einem ande­ren Vor­gang falsch abgelegt.

Ein beson­de­rer Fall war durch die Ände­rung der Ver­mitt­ler­num­mern durch den Ver­si­che­rer ent­stan­den. Der Ver­si­che­rungs­mak­ler hat­te sei­ne Tarif­soft­ware so ein­ge­stellt, dass elek­tro­nisch erzeug­te Anträ­ge auto­ma­tisch per E‑Mail an den Ver­si­che­rer ver­sandt wur­den. Durch die Ände­rung der Ver­mitt­ler­num­mern wur­de die­ser Auto­ma­tis­mus unter­bun­den und der Ver­mitt­ler hät­te die Num­mer manu­ell zuerst abän­dern müs­sen in sei­nem Pro­gramm. Zwar wur­de der Ver­mitt­ler per E‑Mail dar­über infor­miert, dass der Antrag nicht zuge­stellt wer­den kann, aber auf­grund des immer glei­chen Auf­baus der E‑Mail ist ihm dies nicht auf­ge­fal­len und der Kun­de hat­te kei­nen Ver­si­che­rungs­schutz für den im Anschluss ent­stan­de­nen Schaden.

Den­noch gilt bei allem vor­han­de­nen Haf­tungs­po­ten­zi­al: Zunächst muss der Ver­mitt­ler einen Feh­ler (Bera­tungs­feh­ler oder Unter­las­sung) bege­hen. Dann muss auf­grund die­ses Feh­lers dem Kun­den ein Scha­den ent­ste­hen, der nicht vom Ver­si­che­rer regu­liert wird. Und dann muss auch noch der Kun­de einen Haft­pflicht­an­spruch an sei­nen Ver­mitt­ler her­an­tra­gen. Zwei­fels­oh­ne pas­siert dies bei rund 46.000 Mak­lern häu­fig genug. Den­noch sind die Scha­den­quo­ten in der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung grund­sätz­lich gut.

Den­ken Sie also immer dar­an: Das „haf­tungs­si­chers­te“ Pro­dukt nutzt Ihnen nichts, wenn Sie ver­ges­sen, den Antrag an den Ver­si­che­rer weiterzuleiten!

Ist die Ver­mitt­lung fonds­ge­bun­de­ner Ver­si­che­rungs­pro­duk­te immer in der VSH gedeckt?

Unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen wird der Ver­si­che­rungs­mak­ler Erfül­lungs­ge­hil­fe des Versicherers?

Als Ver­si­che­rungs­mak­ler ver­tre­ten Sie bekannt­lich die Inter­es­sen Ihrer Kun­den und nicht die eines Ver­si­che­rers. Nutzt ein Ver­si­che­rer den Ver­si­che­rungs­mak­ler jedoch geschickt, um sei­ne eige­nen Inter­es­sen beim Kun­den durch­zu­set­zen, kann dies dazu füh­ren, dass der Mak­ler plötz­lich als Erfül­lungs­ge­hil­fe ange­se­hen wird. Das LG Ham­burg hat­te sich mit einem kurio­sen Fall zu beschäftigen:

kanzlei-michaelis.de/unter-welchen-voraussetzungen-wird-der-versicherungsmakler-erfuellungsgehilfe-des-versicherers/