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Aktu­el­ler VSH-Scha­den­fall: CGPA regu­liert mit 30.000 EUR

Anfang 2022 wur­de der Ver­si­che­rungs­mak­ler im Rah­men eines mit der Geschä­dig­ten bestehen­den Ver­si­che­rungs­mak­ler­ver­tra­ges mit dem Abschluss einer Kas­ko­ver­si­che­rung für eine Steg­an­la­ge in einem Stadt­ha­fen beauftragt.

Anläss­lich eines sturm­be­ding­ten Scha­dens an der Anla­ge der Geschä­dig­ten Ende Janu­ar muss­te die Ver­si­che­rungs­neh­me­rin fest­stel­len, dass der Ver­si­che­rungs­mak­ler den Auf­trag auf Abschluss der Kas­ko-Ver­si­che­rung nicht unver­züg­lich umge­setzt hat­te, so dass kein Ver­si­che­rungs­schutz – wie vom Kun­den beauf­tragt – ein­ge­deckt wurde.

Auf Grund des­sen konn­te die Geschä­dig­te vom Ver­si­che­rer kei­nen Ersatz der scha­den­be­ding­ten Repa­ra­tur­kos­ten erlan­gen. Ein ers­tes Ange­bot und bereits ent­stan­de­ne Kos­ten belie­fen sich ins­ge­samt auf rund 93.000 EUR.

Die­se Ansprü­che aus dem feh­len­den Ver­si­che­rungs­schutz begehr­te die Anspruch­stel­le­rin nun­mehr von dem Ver­si­che­rungs­mak­ler im Rah­men eines Schadenersatzanspruches.

Mit freund­li­cher Unter­stüt­zung des Ver­si­che­rers, bei dem der Abschluss der Kas­ko-Deckung zu spät erfolg­te, wur­de uns der Kon­takt zu einem auf die­se Fäl­le spe­zia­li­sier­ten Sach­ver­stän­di­gen­bü­ro hergestellt.

Die­ser wur­de von CGPA beauf­tragt, den Scha­den wie folgt zu begutachten:

- Fest­stel­lun­gen zum Scha­den dem Grun­de und der Höhe nach

- Prü­fung auf Vor­schä­den und deren Ein­fluss auf eine even­tu­el­le Schadensregulierung

- Ein­schät­zung des Zeitwertes

Bei der Unter­su­chung der aus den Jah­ren 1995 und 1998 stam­men­den Steg­an­la­gen kam der Sach­ver­stän­di­ge zu fol­gen­dem (hier abge­kürz­ten) Ergebnis:
„Die Kos­ten für die Schä­den, die auf die Unwet­ter­si­tua­ti­on zurück­ge­führt wer­den kön­nen, betra­gen somit 30.048,21 € net­to. Wei­te­re Arbei­ten an den see­sei­ti­gen Ver­an­ke­run­gen sind auf­grund ihres Zustan­des not­wen­dig, aber nicht rele­vant für den hier zu betrach­ten­den Schaden.“

Der Anspruch­stel­ler erklär­te sich mit dem Ergeb­nis des Sach­ver­stän­di­gen ein­ver­stan­den, so dass zeit­nah eine Abgel­tungs­ver­ein­ba­rung unter­schrie­ben wer­den konn­te und der Betrag von 30.000 EUR von CGPA an den Anspruch­stel­ler über­wie­sen wur­de. Auf eine Anrech­nung des in der Kas­ko­ver­si­che­rung ver­ein­bar­ten Selbst­be­halts wur­de unse­rer­seits verzichtet.

Wie bei CGPA üblich, erfolg­te die Bear­bei­tung die­ses VSH-Scha­dens bzw. die Inter­es­sen­ver­tre­tung des in Anspruch genom­me­nen Mak­lers in enger Koope­ra­ti­on mit der Kanz­lei Michae­lis, bei der wir uns herz­lich bedanken.

Das Nicht­wei­ter­lei­ten von Anträ­gen, Auf­trä­gen oder Ange­bots­an­nah­men zählt zu den häu­figs­ten Ursa­chen bei Scha­den­fäl­len in der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung für Ver­si­che­rungs­mak­ler. Das mag zunächst selt­sam erschei­nen, da der Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler grund­sätz­lich von dem ein­ge­reich­ten Geschäft „lebt“.

Die Ursa­chen kön­nen jedoch unter­schied­li­cher Natur sein. Bei elek­tro­ni­scher Über­mitt­lung kann der Antrag even­tu­ell nicht beim Ver­si­che­rer ankom­men und der Ver­mitt­ler hat kei­ne Wie­der­vor­la­ge ange­legt. Ein Antrag kann ver­se­hent­lich falsch abge­legt wer­den und wird des­halb nie wei­ter­ge­lei­tet oder wie es in die­sem Fall war: Der Auf­trag des Ver­si­che­rungs­neh­mers erfolg­te in einer Email, die zu lan­ge unbe­ar­bei­tet blieb.

Auxi­lia und CGPA koope­rie­ren im Bereich Spe­zi­al-Straf-Rechts­schutz­ver­si­che­rung für Versicherungsmakler

CGPA erwei­tert sei­ne Ange­bots­pa­let­te um eine Spe­zi­al-Straf-Rechts­schutz­ver­si­che­rung. Risi­ko­trä­ger die­ser Absi­che­rung ist die Auxi­lia Rechts­schutz-Ver­si­che­rungs-AG (www.ks-auxilia.de).

Wäh­rend die Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung aus­schließ­lich Haft­pflicht­an­sprü­che pri­vat­recht­li­chen Inhalts deckt, ist der Ver­si­che­rungs­mak­ler im Fal­le der Ein­lei­tung eines Ermitt­lungs­ver­fah­rens ohne Rechts­schutz­ver­si­che­rung unge­schützt. Beson­ders das The­ma Daten­miss­brauch hat in jüngs­ter Zeit poten­zi­el­len Ermitt­lungs­ver­fah­ren durch die staat­li­chen Behör­den die Tür geöff­net. Doch auch unter­stell­ter Ver­si­che­rungs­be­trug, Ver­un­treu­ung, Steu­er­hin­ter­zie­hung etc. sind Straf­tat­be­stän­de, bei denen die Staats­an­walt­schaft ein­schrei­ten muss.

Die neue Absi­che­rungs­mög­lich­keit von Auxi­lia und CGPA gewährt Versicherungsmakler*innen, die ihre VSH über CGPA unter­hal­ten, eine Ver­si­che­rungs­sum­me von 1.000.000 EUR mit 0 EUR Selbst­be­tei­li­gung. Die Spe­zi­al-Straf-Rechts­schutz­ver­si­che­rung ist per­so­nen­ge­bun­den (pro Inha­ber / Geschäfts­füh­rer) und der Bei­trag beträgt ledig­lich 60 EUR brut­to im Jahr pro ver­si­cher­te Person.

Klaus Hell­wig / Auxi­lia betont die Bedeu­tung die­ser güns­ti­gen Absi­che­rung: „Im Gegen­satz zu einem pri­vat­recht­li­chen Ver­fah­ren muss bei einem Ermitt­lungs­ver­fah­ren der Beschul­dig­te die Rechts­an­walts­kos­ten auch dann tra­gen, wenn das Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen ihn ein­ge­stellt wird. Als rei­ner Mak­ler­ver­si­che­rer freu­en wir uns daher, den über CGPA ver­si­cher­ten Versicherungsmakler*innen hier eine attrak­ti­ve Absi­che­rungs­mög­lich­keit zu bieten.“

„Die Spe­zi­al-Straf-Rechts­schutz­ver­si­che­rung ist die opti­ma­le Ergän­zung zur Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung. Mit der Auxi­lia ver­eint uns zudem die Spe­zia­li­sie­rung auf jeweils eine Ver­si­che­rungs­spar­te.“ ergänzt Chris­ti­an Hen­se­ler, Geschäfts­füh­rer der CGPA Euro­pe Under­wri­ting GmbH.

WEITERE INFORMATIONEN:
Die Spe­zi­al-Straf-Rechts­schutz­ver­si­che­rung kann gemein­sam mit der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung über den Online-Tarif­rech­ner berech­net und bean­tragt werden.

Aktu­el­ler Scha­den­fall aus der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung für Versicherungsmakler

Die­se Ursa­che zählt zu den Klas­si­kern in der Mak­ler­haf­tung: Die Unterlassung.

https://www.versicherungsbote.de/id/4899580/Vermogensschaden-Haftpflicht-Schadenfall-durch-Unterlassung/

Chris­ti­an Hen­se­ler über die klei­nen Gefah­ren im All­tag eines Versicherungsmaklers

Als im Jahr 2007 die EU-Ver­si­che­rungs­ver­mitt­lerricht­li­nie in Deutsch­land umge­setzt wur­de, schien es fast kein ande­res Wort mehr zu geben: „Haf­tung“ war in aller Mun­de. Dabei gab es die­se natür­lich schon vor­her, nur jetzt wur­de sie schrift­lich the­ma­ti­siert. Für die Anbie­ter von Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen war dies eine Steil­vor­la­ge. Der eine oder ande­re wird sich viel­leicht noch an einen als Ske­lett ver­klei­de­ten Men­schen erin­nern, wel­cher auf der DKM her­um­lief und dabei ein Schild empor­hielt, auf wel­chem stand: Haf­tung! Auch dahin­ter stand ein Ver­si­che­rungs­mak­ler, der im Bereich VSH tätig war und so auf sich auf­merk­sam machen wollte.

Im Grun­de genom­men hat sich das bis heu­te, 13 Jah­re spä­ter, nicht geän­dert. Immer wie­der wer­den neue Pro­duk­te von Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten mit dem Ver­merk „haf­tungs­si­cher“ ange­prie­sen. Selbst Anfang des Jah­res 2020 noch nann­te ein Markt­teil­neh­mer sei­ne neue Pro­dukt­pa­let­te „Mak­ler­haf­tungs­kon­zep­te“.  Das könn­te man auch falsch ver­ste­hen und den­ken, man haf­te auto­ma­tisch, wenn man die­se Kon­zep­te vermittle.

Damit kein Miss­ver­ständ­nis auf­kommt: Natür­lich gibt es die Haf­tung eines Ver­si­che­rungs­mak­lers. Das The­ma ernährt tag­täg­lich gro­ße Anwalts­kanz­lei­en genau wie eine gro­ße Zahl an Anbie­tern von Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen. Hin und wie­der lesen wir auch in der Fach­pres­se von einem span­nen­den Ver­si­che­rungs­fall. Doch das ver­hält sich ähn­lich wie in ande­ren Ver­si­che­rungs­spar­ten: Die täg­li­chen Schä­den sind ein­fach nicht spek­ta­ku­lär genug für einen Pres­se­ar­ti­kel. Da muss es schon ein SUV sein, der in eine Men­schen­men­ge rast oder die Gas­ex­plo­si­on im Mehrfamilienhaus.

Die Haf­tung eines Ver­si­che­rungs­mak­ler ent­steht ent­we­der aus einem Bera­tungs­feh­ler oder einer Unter­las­sung. Ein Bera­tungs­feh­ler wäre bei­spiels­wei­se die Behaup­tung, der Kun­de kön­ne bei einer Basis­ren­te jeder­zeit über sein ein­ge­spar­tes Kapi­tal ver­fü­gen. Oder die Aus­sa­ge, die­se eine Vor­er­kran­kung sei nicht wich­tig und müs­se nicht ange­ge­ben wer­den. Übri­gens ein „Klas­si­ker“ in der Vermögensschaden-Haftpflicht.

Vor­sicht ist immer ange­ra­ten bei einem Wech­sel des Ver­si­che­rers. Vor allem in der Sach­ver­si­che­rung. Leis­tet der neue Ver­si­che­rer nicht im Scha­den­fall und es stellt sich her­aus, dass der Scha­den in dem bis­he­ri­gen Ver­trag ver­si­chert gewe­sen wäre, wird es unan­ge­nehm für den Ver­si­che­rungs­mak­ler. Auch dies fällt unter die Rubrik Beratungsfehler.

Eine Unter­las­sung hin­ge­gen ist in der Regel durch das Ver­ges­sen oder das Über­se­hen einer Hand­lung gekenn­zeich­net und stellt ein enor­mes Gefah­ren­po­ten­zi­al dar. Wäh­rend der Bera­tungs­feh­ler durch Kom­pe­tenz, Wei­ter­bil­dung und Spe­zia­li­sie­rung mini­ma­li­siert wird, kann kein Ver­mitt­ler behaup­ten, vor einer Unter­las­sung gefeit zu sein. Wenn Mit­ar­bei­ter im Betrieb des Ver­si­che­rungs­mak­lers vor­han­den sind, erhöht sich die­ses Risi­ko unweigerlich.

Eben­falls ein Klas­si­ker ist in die­sem Zusam­men­hang die Her­aus­ga­be einer evb. Wie wir alle wis­sen, ist dies nichts ande­res als eine vor­läu­fi­ge Deckung und beinhal­tet, sofern nichts ande­res bean­tragt wird, nur die Haft­pflicht­ver­si­che­rung in dem gesetz­lich gefor­der­ten Umfang. Wäh­rend eini­ge Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten von sich aus bereits eine Kas­ko­de­ckung inklu­die­ren, muss die­se bei ande­ren Ver­si­che­rern wie­der­um geson­dert bean­tragt wer­den. Auch die Ein­ga­be einer gewünsch­ten Kas­ko im Tarif­pro­gramm bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass die­se auch in der vor­läu­fi­gen Deckung ent­hal­ten ist. All­zu häu­fig ist dies auch ein The­ma in Mak­ler­fo­ren in sozia­len Medien.

Die größ­te Haf­tungs­ur­sa­che im Bereich der Unter­las­sung ist das Ver­ges­sen. Der Ver­mitt­ler ver­gisst zum Bei­spiel, die Fahr­rä­der in der Haus­rat­ver­si­che­rung ein­zu­schlie­ßen. Das kann eben­so der Weg­fall der Betriebs­haft­pflicht­ver­si­che­rung, in wel­cher die pri­va­te Haft­pflicht mit­ver­si­chert war, wegen Risi­ko­fort­fall sein und der Ver­mitt­ler über­sieht, den pri­va­ten Schutz in Auf­trag zu geben. Ein ande­res Bei­spiel ist das simp­le Nicht-Wei­ter­lei­ten eines Antrags bzw. eines vom Kun­den ange­nom­me­nen Angebots.

Viel­leicht wer­den Sie sich sagen, so etwas wür­de Ihnen nie pas­sie­ren. Aber die Grün­de dafür kön­nen ver­schie­de­ner Natur sein. Das kön­nen bei­spiels­wei­se tech­ni­sche Grün­de sein (die E‑Mail ist beim Ver­si­che­rer nie ange­kom­men), krank­heits­be­ding­te Ursa­chen (Sie sind eine Woche arbeits­un­fä­hig und ver­ges­sen den Antrag) oder ganz ein­fach: Der Antrag ver­hed­dert sich in einer Büro­klam­mer und wird mit einem ande­ren Vor­gang falsch abgelegt.

Ein beson­de­rer Fall war durch die Ände­rung der Ver­mitt­ler­num­mern durch den Ver­si­che­rer ent­stan­den. Der Ver­si­che­rungs­mak­ler hat­te sei­ne Tarif­soft­ware so ein­ge­stellt, dass elek­tro­nisch erzeug­te Anträ­ge auto­ma­tisch per E‑Mail an den Ver­si­che­rer ver­sandt wur­den. Durch die Ände­rung der Ver­mitt­ler­num­mern wur­de die­ser Auto­ma­tis­mus unter­bun­den und der Ver­mitt­ler hät­te die Num­mer manu­ell zuerst abän­dern müs­sen in sei­nem Pro­gramm. Zwar wur­de der Ver­mitt­ler per E‑Mail dar­über infor­miert, dass der Antrag nicht zuge­stellt wer­den kann, aber auf­grund des immer glei­chen Auf­baus der E‑Mail ist ihm dies nicht auf­ge­fal­len und der Kun­de hat­te kei­nen Ver­si­che­rungs­schutz für den im Anschluss ent­stan­de­nen Schaden.

Den­noch gilt bei allem vor­han­de­nen Haf­tungs­po­ten­zi­al: Zunächst muss der Ver­mitt­ler einen Feh­ler (Bera­tungs­feh­ler oder Unter­las­sung) bege­hen. Dann muss auf­grund die­ses Feh­lers dem Kun­den ein Scha­den ent­ste­hen, der nicht vom Ver­si­che­rer regu­liert wird. Und dann muss auch noch der Kun­de einen Haft­pflicht­an­spruch an sei­nen Ver­mitt­ler her­an­tra­gen. Zwei­fels­oh­ne pas­siert dies bei rund 46.000 Mak­lern häu­fig genug. Den­noch sind die Scha­den­quo­ten in der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung grund­sätz­lich gut.

Den­ken Sie also immer dar­an: Das „haf­tungs­si­chers­te“ Pro­dukt nutzt Ihnen nichts, wenn Sie ver­ges­sen, den Antrag an den Ver­si­che­rer weiterzuleiten!